Norwegische Küche

Denkt man an das kulinarische Norwegen, so fallen einem wohl zuerst einmal einige Fischgerichte ein. Seit dem 12. Jahrhundert verkaufen Fischer Fisch und viele weitere Meeresfrüchte an andere Länder und Norwegen hat sich somit heute zum zweitgrößten Exporteur der Welt entwickelt.

Fischgerichte

Das bekannteste Fischgericht ist wohl der traditionelle und berühmte Räucherlachs, auch wenn der Stockfisch lange Zeit das wichtigste Exportprodukt der Norweger war. Fermentierte Forelle, auch Rakfisk genannt, ist eine weitere typisch norwegische Speise, genauso wie Fiskeboller (Fischfrikadellen) und Fischpudding (Fiskepudding). Weitere Meeresfrüchte wie Miesmuscheln, Krabben sowie Garnelen aus der Barentssee, stammen überwiegend aus dem Süden des Landes. Wer möchte, der kann sich sein Abendessen somit gleich selber angeln, denn das Angeln gehört zu einem der Dinge, die man in Norwegen fast überall machen kann.

Fleischgerichte

Auch Fleischgerichte stehen ganz oben auf der norwegischen Speisekarte. Allen voran Elchfleisch. Bei korrekter Zubereitung kann man hier ohne Problem von einer Delikatesse sprechen. Geschmacklich erinnert Elchfleisch an Hirschfleisch oder Rotwild.Auch Rentierfleisch ist sehr beliebt, ist mager und schmeckt köstlich. Man sollte seinen Kindern nur vielleicht sagen, dass es sich hierbei nicht um „Rudy“ handelt. Im Norden des Landes gibt es rund 250.000 Rentiere. Vor allem die Samen, das Urvolk Norwegens, besitzt große Rentierherden.

In den letzten Jahren hat die Hirschpopulation immer weiter zugenommen und zahlenmäßig die Elche überholt. Zumeist steht Hirschfleisch als Hirschsteak auf den Speisekarten, es kann aber ebenso gut in anderer Form, gepökelt, geräuchert oder getrocknet, angeboten werden.

Auch das Fleisch des Moorhuhns wird immer begehrter. Besonders zart ist die Brust des Jungtieres, die mit einem leichten Wildgeschmack zu vergleichen ist.

Weltweit gehört norwegisches Lammfleisch mit zum Besten. Saftig und zart ist das Fleisch, was auch kein Wunder ist. Die überwiegende Anzahl an Lämmer kann auf riesigen Weiden grasen, inmitten unberührter Natur. Die eiweißreiche Nahrung bestehend aus Gras und Kräutern, in Kombination mit sauberem Wasser macht sie das Fleisch zu einer Delikatesse. In Norwegen ist es zudem üblich, den kompletten Kadaver nach dem Schlachten zu verwerten. Somit gibt es Schaf- und Lammgerichte, aus Teilen, die man nicht unbedingt mit einer Delikatesse in Verbindung bringen würde. So zum Beispiel Pinnekjøtt, Lamm- oder Schafsrippen, die in Meersalz oder Salzwasser gepökelt wurden und in Westnorwegen zum typischen Weihnachtsessen gehören. Oder „smalahove“, der norwegische Schafskopf.

Weitere Gerichte

Brunost ist laut einer Umfrage das am typisch Norwegischste überhaupt, wenn es ums Essen geht. Der karamellisierte Ziegenkäse schmeckt am besten auf einem ganz normalen Stück Brot. Als beste Brunost-Sorte gilt der G 35. Der Buchstabe „G“ steht dabei für Gundrandsdalsost und die Zahl 35 für 35% Ziegenkäse. Die Norwegische Küche ist eigentlich eher für deftige Gerichte bekannt, dennoch gibt es auch einige wenige süße, typisch norwegische Speisen. Dazu zählen beispielsweise Lefse, die wie weiche Waffeln schmecken und zumeist mit Zimtbelag gegessen werden oder auch Rømmegrøt, eine Sauerrahmgrütze, die mit Zucker und Zimt serviert wird.

Durch die erfolgreiche Teilnahme an internationalen Kochwettbewerben hat sich die

norwegische Küche mittlerweile auf der gesamten Welt einen guten Ruf gemacht. 2016 erhielt „Maaemo“, als erstes norwegisches Restaurant, sogar drei von drei möglichen Sternen im Guide Michelin.